Böge Schimmelambulanz

Der Schimmelspürhund

Schimmel-Ambulanz

85% der Schimmelbelastungen sind versteckt und meist auch noch ausgetrocknet. Man kann die Ausgasungen nicht riechen und nicht sehen, aber leider trotzdem davon krank werden.

Wie lokalisieren wir den Schimmel?


Copyright bei: C. Tegeder und Kl.-Peter Böge


Geschichtliches:
Ab 1993 wurden in Deutschland in Kooperation zwischen Peter Böge und den europaweit führenden schwedischen Experten Dr. Urban Palmgren (Labor Urbanus) und Reino Oskarsson mit den ersten Schimmelhunden gearbeitet.
Seit dem wurden in etwa 1500 Fällen Hunde mit sehr großem Erfolg eingesetzt!

1. Einleitung und Methodenvergleich
1.1 Früher

  • „ ... das immer wir  immer so gemacht“
  • übliches Vorgehen: Raumluftmessung auf die anzüchtbaren Pilzsporen (KBE)
  • Fehlerquelle: ca. 90% der Belastungen werden nicht gefunden, weil sie im Mauerwerk versteckt und/oder abgestorben sind!
  • häufig falsche Beurteilung: keine Gesundheitsgefahr
  • häufig falsche Empfehlung: keine Sanierung notwendig

1.2 Heute

  • „... haben wir noch nie gemacht.“ aber:
  • Vorgehen: Messung der MVOC; Einsatz Schimmelspürhund; Analyse der Gesamtzellzahlen lebender und toter Pilze und Bakterien im Material
  • Ergebnis: Gesamtanzahl stark erhöht
  • Beurteilung: mögliche Gesundheitsgefahren
  • Empfehlung: Ursache beseitigen; Alle belasteten Materialien entfernen

1.3 Merke!

  • Bei Verdacht auf mikrobielle Belastungen muss auch nach nicht sichtbarem Vorkommen gesucht werden.
  • Vorgehen: Messung der MVOC; Einsatz Schimmelspürhund; Analyse der Gesamtzellzahlen lebender und toter Pilze und Bakterien im Material

1.4 Einsatzempfehlungen

  • Zentralinstitut für die Kassenärztliche Versorgung in Deutschland, Köln 1999
  • Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg, Stuttgart, 2001
  • KV Schleswig-Holstein, Bad Segeberg, 2002
  • Institut für experimentelle Toxikologie der Uni Kiel, Kiel 2002
  • Umweltbundesamt, Berlin, 2002



2. Auswahl des Hundes und Ausbildung

2.1 Auswahlkriterien

  • Vorauswahl (Stammbaum)
  • Gesundheit
  • Sozialverhalten
  • Aufmerksamkeit (Neugier)

2.2 Grundausbildung

  • allgemeine Kenntnisse
  • Gehorsam
  • Schulung Spürsinn und Spieltrieb

2.3 Spezialausbildung

  • Suchmaterialien in Reinkultur; 15 – 20 Pilz u. Bakterienarten; Belohnungsprinzip


3. Einsatz des Schimmelspürhundes

3.1 Einsatzvorbereitung

  • Leerer oder zumindest aufgeräumter Raum ist ideal
  • Wände müssen zumindest teilweise frei sein

3.2 Einsatz

  • ungestört arbeiten (u.a.: keine spielende Kinder, Handys, Erläuterungen etc.)
  • Suche auf Kommando
  • Abstimmung ist perfekt, wenn der Hund deutliche Hinweise über Verteilung und Größenordnung durch Körpersignale liefert.

3.3 Einsatzende

  • Bericht, Vorschläge für das weitere Vorgehen: Proben, Sanierungsempfehlungen


4. Warum sind Hunde dem Menschen überlegen?

4.1 Geruchssinn

  • 220.000.000 Geruchsrezeptoren
  • 44-fach größere Empfindlichkeit gegenüber Menschen
  • die Trefferquote des erfahrenen Hundes liegt bei 100%

4.2 Überblick in kurzer Zeit

  • Feuchtemessungen / bauphysikalische Untersuchungen führen oft nicht zum Ziel
  • sehr effektive und schnelle Ergebnisse, schneller als andere Messungen
  • Schon bei Einsparung einer Materialprobe zahlt sich der Einsatz aus


5. Wann sollte der Spürhund eingesetzt werden?

Nicht immer – aber immer öfter, bei:

  • dem Kauf eines Hauses oder der Anmietung einer Wohnung
  • „schimmeltypischen“ gesundheitlichen Beschwerden
  • Wasserschäden, Leckagen oder Überschwemmungen
  • „Versicherungsgutachten“ wenn nur getrocknet bzw. unzureichend saniert wurde
  • schlechter Austrocknung eines Neubaus
  • Baufehlern, Innenverkleidung und -isolierung
  • Korkböden, Linoleum, altem PVC


6. Bedenken

6.1 Ist die Kritik am Spürhund berechtigt?

  • Bei Betrachtung der Kritiker fällt meist auf, „das diese Personen ausnahmslos selbst noch nicht mit einem Spürhund gearbeitet haben“.
  • Warum werden niemals Bedenken gegen Rettungs-, Bomben- und Drogenhunde erhoben? Wie oft irrt sich wohl ein Bombenhund?
  • Natürlich sind kritische Bedenken und Fragen zur Leistungsfähigkeit berechtigt, aber der erfahrene Hundeführer beugt natürlich durch lange Einsatzpausen vor.

6.2 Können Deckenschäden entdeckt werden?

  • „Der Spürhund kann nur den Fußboden anzeigen, er versagt bei Schäden an der Decke.“ FALSCH
  • RICHTIG: Auch Schäden an der Decke können bei einwandfreien Arbeitsbedingungen und einer guten Abstimmung zwischen Hund und Hundeführer erkannt werden.

6.3 Ist ein Schimmelspürhund als Beweismittel geeignet?

  • „der Spürhund ist kein Beweismittel und nicht gerichtstauglich.“ FALSCH
  • RICHTIG: Materialprobe liefert bei positivem Befund den analytischen Nachweis und somit den Beweis, dass ein Befall vorliegt.

6.4 Ist die Gesundheit des Hundes gefährdet?

  • „Der Spürhund wird gesundheitlich beeinträchtigt.“ FALSCH
  • RICHTIG: Keine Gefährdung, da max. 20 Minuten ohne Pause im Einsatz.
  • Gegenfrage: Ist das Risiko für einen Hund bei 5 Minuten Aufenthalt im Innenraum größer wie bei einem Kleinkind mit ca. 20 Stunden Aufenthalt?



7. Kontrollen zur Leistungsfähigkeit

Qualitätssicherung

 

  • professionelle Ausbildung und Führung
  • regelmäßiges Training mit gezielt hergestelltem Probematerial
  • regelmäßiges Training in Schweden mit den spezialisierten Ausbildern
  • perfekte Kontrolle über die Analyse der Materialprobe


8. Vorteile und Effektivität

Schnell, zuverlässig, effektiv, wirtschaftlich

  • Materialproben werden eingespart
  • unnötige kostenintensive Zerstörung von Wänden und Fußböden wird vermieden
  • der Hund ist jederzeit verfügbar und einsetzbar
  • die Ergebnisse liegen unmittelbar nach Einsatzende vor
  • Es entstehen keine Ausfälle bei Probenahmen oder Unsicherheiten
  • Ist der erfahrene Schimmelgutachter gleichzeitig Hundeführer, werden doppelte Kosten vermieden!


9. Wo sind die Grenzen eines Schimmelspüreinsatzes?

  • Der Hund zeigt das Wo, nicht das Warum
  • Der Hund zeigt an, wo mikrobielle Geruchsstoffe austreten.
  • Er zeigt nicht an warum diese auftreten, und nur in Grenzen, ob es ein kleiner oder großer Schaden ist.
  • Die Geruchsquelle ist nicht automatisch an der Stelle die der Hund anzeigt.
  • Eine abschließende Bewertung kann nur aufgrund von Materialproben erfolgen, wenn nicht sichtbares oder geruchlich belastetes Material freigelegt wird.


10. Beispiele für die von einem Spürhund entdeckten belasteten Baumaterialien

Fall 1: Ungenügend ausgetrockneter Estrich/ Falsch sanierter Wasserschaden

  • Erkrankungen: Asthma
  • Objekt: Reihenhaus
  • Einsatz Spürhund: starke Markierungen auf dem Laminat
  • MVOC: 2,48 µg/m³
  • Materialanalyse: Unterseite der Styropor- Estrichdämmung unter Zementestrich
  • Ergebnisse:
  • Gesamtzahl Pilze und Bakterien: stark erhöht (15.000.000/cm2; 9.800.000/cm2)
  • KBE beide: stark erhöht (720.000/cm2; 290.000/cm2)
  • Aspergillus v., Scopulariopsis, Chaetomium


Fallbeispiel 2: Landhaus / Stall teilweise saniert

  • Erkrankungen: Nebenhöhlen, ständige Infekte, Hautreizungen
  • Objekt: saniert, ehem. Stall, Innenisolierung, Landhaus 1930
  • Einsatz Spürhund: starke Markierungen Wand und Boden
  • MVOC: 1,09 µg/m³
  • Materialanalyse: Bodendielen und Fasern aus der Wand
  • Ergebnisse:
  • Gesamtzahl Pilze und Bakterien: erhöht (1.600.000/g; 18.000.000/g)
  • KBE beide: erhöht (390.000/g; 200.000/g)
  • Aspergillus v., Eurotium, Wallemia, u. a.

 

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